Wie kommt der Kalk ins Wasser?


Wasser besteht theoretisch aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom, chemisch: H20. Von Kalk ist in der reinen Form des Wassers also keine Rede. Um zu verstehen, wie der Kalk  ins Wasser kommt, muss man den Wasserkreislauf verstehen.

Der größte Teil der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Dieses verdunstet, vor allem an der Meeresoberfläche, durch die Einstrahlung von Sonnenenergie. Dadurch entsteht Wasserdampf. Wasserdampf ist leichter als Luft. Er steigt nach oben in die Atmosphäre. Da es dort kälter ist als auf der Erde kühlt der Wasserdampf ab und kondensiert.

In der Atmosphäre ist auch Kohlendioxid (CO2). Da reines Wasser sehr leicht mit Kohlendioxid reagiert, verbindet sich H20 mit dem CO2 zu H2CO3 (Kohlensäure).

Dieses mit Kohlensäure angereicherte Wasser kühlt in der Atmosphäre weiter ab und fällt als Niederschlag (Regen, Schnee oder Hagel) zur Erde zurück.

Fällt das Wasser auf den Erdboden, so versickert es darin. Trifft das mit Kohlensäure angereicherte Wasser auf kalkhaltiges Gestein, löst die Kohlensäure den Kalk und verbindet sich zu Calciumhydrogencarbonat. Je mehr Kohlensäure im Wasser gelöst ist und umso kalkhaltiger der Boden ist, desto höher kann die Konzentration an Calciumhydrogencarbonat (= Kalk) werden.

Meist aus Tiefbrunnen gepumpt liefert Ihr Wasserwerk das Wasser nun zu Ihnen. Da es verschiedene Gesteinsschichten gibt, ist das Wasser in einigen Regionen kalkhaltiger als in anderern. Je mehr Kalk das Wasser enthält, desto härter fühlt es sich an. Deshalb gilt, je höher der Härtegrade, desto mehr Kalk enthält es.

Chemisch korrekt: Kohlendioxid + Wasser + Calciumcarbonat  => Calciumhydrogencarbonat

CO2 + H2O + CaCO3 => Ca(HCO3)2